Freitag, 9. Mai 2014

Der April im Mai - Auf und Ab oder was will mir dieser Post eigentlich sagen.

So wie das Wetter zur Zeit zwischen Sonne, Wolken und Regen wechselt, so wechselhaft verläuft auch mein Arbeitsleben zur Zeit.

Nach 17 Jahren bei meinem früheren Arbeitgeber gab es nach 3 Jahren Elternzeit nur die Alternativen: Vollzeit mit 80% Reisetätigkeit deutschlandweit und Standort Neu-Isenburg oder kündigen.

Ich hab mich für kündigen entschieden, war doch die Liebe zu meinem alten Job schon ziemlich erkaltet. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit hab ich es mit Glück und der Hilfe eines Bekannten geschafft, doch noch einen guten Job an Land zu ziehen. Zwar nur befristet und als Schwangerschaftsvertretung aber besser als nix, viele nette Kollegen und es macht auch noch Spaß.

Nur ist es nichts was ich von der Pike auf gelernt habe. Ich bin branchenfremd und es handelt sich zum Teil auch um ein sehr spezielles Thema. Daher bin ich sehr unsicher was Fachwissen angeht, habe aber auch nicht die Zeit um mich tiefer mit der Materie zu befassen. Also hab ich mich fleißig durchgebissen, versucht meinen Job so gut zu machen wie ich kann.

Da schien auch bisher sehr gut zu sein, ich bekam mehr Aufgaben, mehr Verantwortung, mehr Vertrauen. So viel mehr Aufgaben, dass ich seit Monaten nicht mehr weiß wo mir der Kopf steht. Ich titsche wie ein Flummi von links nach rechts, von oben nach unten und versuche alles unter einen Hut zu bekommen. Manche Dinge verstehe ich dabei nicht, fachliche Feinheiten, die mir entgehen. Und das nagt. Immer diese Angst im Hinterkopf: Irgendwann wirst Du auffliegen, irgendwann werden alle merken, wie dumm Du bist.
Zugleich habe ich versucht lustig zu sein, mir nichts anmerken zu lassen, flapsige Sprüche, immer locker und gut drauf.

Gestern bin ich aufgeflogen. Der Finger wurde ganz tief in die Wunde gelegt. Autsch. Danach fühlt man sich wie ein Hochstapler, wie ein Lügner. Und die Art, mit der man versucht hat alles noch irgendwie aufrecht zu halten (das flapsige, lockere), die wird einem auch noch um die Ohren gehauen.

Danach fühlt man sich ziemlich nackt.
So nackt wie meine Kastanie, der der Wind heute alle Blütenblätter geklaut hat.


Ich glaub, ich verschwinde jetzt mal in irgendeinem schwarzen Loch und geh mir mal eine Tarnkappe nähen...

Wenn ihr euch jetzt fragt, was das hier und jetzt soll, ich weiß es auch nicht so recht. Ich musste es nur mal loswerden.

Kommentare:

  1. Ach liebe Astrid,
    lass raus, was raus muss. Es kommt mir sooo bekannt vor. Ich habe eine Zeit lang in einer amerikanischen Pharma-Firma gearbeitet, hatte aber durch die Zulassungsstelle eigentlich nur Kontakt zu deutschen Ämtern. Und permanent Angst, dass irgendwann total peinlich auffällt, wie schlecht eigentlich mein Englisch ist. Seitenweise Verhaltensregeln und Anweisungen, die wir unterschreiben mussten (red-book) - die hatte man mir gnädigerweise auf deutsch erklärt. Puh, war ich froh, als ich irgendwann schwanger war und flüchten konnte :-) Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, aber die Angst war immer im Hintergrund da und nicht sehr angenehm.
    Du Liebe, ich hoffe, Du erholst Dich bald davon und nimmst es Dir nicht so zu Herzen, schließlich wussten Deine Vorgesetzten doch, dass Du nicht vom Fach bist. Und Du bist n i c h t dumm!, Du weißt nur nicht alles. Kannst Deine Kollegen ja mal vor die Nähmaschine setzen, mal sehen was dann dabei raus kommt! *lach*
    Liebe Grüße! Petra

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  2. Meine liebe Astrid, das hört sich ziemlich depri an und als Kollegin mache ich mich denn auch ein paar Sorgen. Aber was die fachliche Fragen angeht, kann ich dich bestimmt ein bisschen Licht ins Dunkle verschaffen. Immer gerne!!! Denn du machst deine Arbeit gut ... ich kann es wissen! Jetzt genießt du dein wohl verdientes Wochenende und wir sehen uns bald.
    Zum Glück gibt es immer die schöner Blogwelt als Ausgleich zum beruflichen Alltag, oder? ! :-)
    LG
    Caro

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